Ich kannte München bis jetzt nur vom Oktoberfest und der BMW-Welt. Mehr habe ich damals, als ich vor mittlerweile 6 Jahren dort war, auch nicht gesehen. Deshalb bot sich ein spontaner Kurztrip in die bayrische Landeshauptstadt super an, die Stadt für mich neu zu entdecken – abseits von der Theresienwiese und schicken Autos.


Frühstücken im Cafe Lotti

Bevor ich am Morgen irgendwelche schwerwiegenden Entscheidungen treffe, wie z.B. was ich mir untertags so ansehen möchte, brauche ich Frühstück. Am liebsten was mit Ei, Schinken und Gemüse. Das Cafe Lotti in Maxvorstadt ist der perfekte Ort um total entspannt in den Tag zu starten. Die Einrichtung lässt mein Mädchen- und die Speisekarte mein Designerherz höher schlagen. Alles sieht so aus, als hätten ein paar Freunde zusammen den Laden nach ihren Wünschen eingerichtet – sogar am Klo liegen Deo, Haarspray, Bürsten und Cremes bereit. Eben wie bei Freunden. Und das Essen ist auch ein Traum. Alles ist frisch zubereitet, die Produkte stammen von lokalen Lieferanten und Bauern – auf Bio wird hier viel Wert gelegt. Da ich ein absoluter Nicht-Kaffee-Trinker bin, freue ich mich immer besonders, neben der typischen Heißen Schoko auch ausgefallene Alternativen zu bekommen wie im Cafe Lotti zum Beispiel den Chai-Latte mit Mandel Kokos.


Den Alten Peter erklimmen

Den besten Ausblick über die ganze Stadt und vor allem das Stadtzentrum habt ihr wohl auf dem „Alten Peter“, der St. Peter Kirche direkt hinter dem Marienplatz. Hier könnt ihr euch auch das Frühstück wieder abtrainieren, den Ausblick auf der Aussichtsplattform genießt ihr nämlich erst nach dem Anstieg über 306 Stufen. Wenn das Wetter schön ist, lassen sich sogar die umliegenden Alpen erblicken. Unter Jugendlichen ist die Plattform über den Dächern anscheinend auch beliebt, um schüchterne erste Küsse auszutauchen – wer schmusen will muss also den Liebsten zuerst aufs Dach locken.


Die City-Surfer am Eisbach besuchen

Egal zu welcher Uhr- und Jahreszeit man am Eisbach im Englischen Garten vorbeischaut, die abgehärteten Surfer sind dort immer anzutreffen. Ich hatte eigentlich keine großen Hoffnungen mehr, jemanden beim Surfen beobachten zu können, es dämmerte bereits und hatte heiße 3°C Außentemperatur – falsch gedacht. Die Surfer waren schwer motiviert und es hatte nicht den Anschein, dass sie sobald heimgehen würden. Sie hatten sogar ihren eigenen Scheinwerfer mit, den sie auf der Brücke platzierten um im Dunklen weiterzusurfen. Es sieht auf jeden Fall ziemlich spektakulär aus, wie sie sich in die stehende Welle werfen. Für Anfänger ist der Spot jedoch zu gefährlich, dafür gibt es kleinere Wellen an anderen Teilen des Flusses.


Brunchen über den Dächern Münchens – Café im Vorhoelzer Forum

An einem Wochenende muss ja öfter als einmal gefrühstückt werden, daher also hier ein weiterer Tipp für einen leckeren Brunch. Auf dem Dach der Technischen Universität befindet sich das Café Vorhoelzer von dem aus ihr auch einen super Blick auf ganz München habt.

Das Frühstücks-Menü ist sehr vielfältig und macht richtig satt, plant hier also ein bisschen mehr Zeit fürs Essen ein. Es ist witzig die Studenten zu beobachten die, typisch münchnerisch halt, um 10 Uhr Morgens mit dem Bier auf der Dachterrasse anstoßen während du vom Frischkäsebagel abbeißt.


Erkundungstour im Schloss Nymphenburg

Ein bisschen Kultur bei einem Städtetrip ist ja manchmal gar nicht so schlecht, deshalb habe ich dem Schloss Nymphenburg einen Besuch abgestattet. Ich denke, dass sich dieser im späteren Frühling und Sommer noch mehr lohnen würde, da die Parkanlage zu dieser Jahreszeit doch noch recht grau aussah.

Dafür machte aber die Innenausstattung einen richtig guten Eindruck. Ein Audioguide führt euch durch die prunkvollen Zimmer im Schloss, die noch mit den originalen Möbeln aus der Zeit von Kurfürsten Max Emanuel im 17. Jahrhundert stammen. Interessant ist hier auch die Schönheitengalerie von König Ludwig I., der Gemälde von schönen Zeitgenossinnen anfertigen ließ, und zwar nicht nur von Hofdamen sondern auch von bürgerlichen Mädchen.


Streetart beim Bahnwärter Thiel entdecken

Als Kontrastprogramm zu der traditionellen Malerei und Kunst im Schloss Nymphenburg solltet ihr die ehemalige Großviehhalle bei der Tumblingerstraße aufsuchen, das Gelände trägt jetzt den Namen Bahnwärter Thiel. Neben richtig guter Streetart gibt es hier auch was auf die Ohren.

Laufend werden Konzerte und verschiedenen Musik- und Tanzworkshops veranstaltet.
Es gibt auf dem Gelände auf jeden Fall einiges zu entdecken.


Bier trinken

Was darf bei einem Münchenausflug einfach nicht fehlen? Klar, Bier! Das genießt ihr am besten in einem der unzähligen Brauhäuser, eines zu finden fällt wirklich nicht schwer. Ich war im Hofbräuhaus, dem Augustiner Keller und in der Schneider Weisse. Ich könnte mich jetzt nicht so leicht entscheiden, wo es mir am besten geschmeckt hat. Die Speisekarten der Brauhäuser sind auch einfach großartig. Für Vegetarier gibt es hier Leckereien wie zum Beispiel die Käsespätzle oder Obazda, einer typisch bayrischen Käsespezialität. An Guadn!


Nach meinem Münchentrip muss ich wohl wieder etwas kürzer treten was das Essen betrifft, denn das ist hier wirklich köstlich! München ist eine abwechslungsreiche Stadt, die diversen Vorurteilen den Wind aus den Segeln nimmt und die ich sicher gerne wieder besuchen werde. Die berühmten Dampfnudeln hab ich nämlich aus zeit- und Platz-im-Bauch-technischen Gründen nicht mehr probieren können..